Obwohl das Kräftedreieck auf den ersten Blick als der ideale Standplatz erscheint, gibt es in der
Praxis doch einige Einschränkungen. Z.B. können die Fixpunkte von stark unterschiedlicher
Qualität sein oder weit auseinander liegen. Dann ist es besser, eine Reihenschaltung zu bauen.
Hier wird der gesamte Fangstoß auf einen Fixpunkt geleitet. Weitere Fixpunkte dienen der
Rücksicherung, falls der erste versagt.
Außerdem wird dieses Prinzip genutzt, wenn man Topropes im Eis einrichtet. Da sich wegen der
Druckschmelzung eine belastete Eisschraube mit der Zeit lockert, ist es gut, ein oder zwei
unbelastete Schrauben als Rücksicherung zu haben. Würde man ein Kräftedreieck nehmen,
so würden sich alle Schrauben gleichmäßig lockern.
Neuere Untersuchungen haben gezeigt, das die dynamische Festigkeit von Bandschlingen
wesentlich geringer ist, als bisher angenommen. Der früher gezeigte Aufbau der Reihenschaltung mit
Sackstich und Mastwurf im Einzelstrang kann deshalb nicht mehr empfohlen werden. Statt dessen
sollte der unten gezeigte Aufbau mit Doppeltem Bulinknoten und Mastwurf im Doppelstrang genommen werden.
Die früher hier gezeigte Methode zum Bau einer Reihenschaltung mit dem Kletterseil wird nicht mehr vorgestellt,
da sie zu unflexibel ist.
Tipp: Man kann die Bandschlinge bequem zu Hause vorbereiten und mit Karabinern bestücken. Dann hat man am Stand das gesamte
Material auf einen Griff parat und muss nur noch die Karabiner einhängen.
Notwendige Kenntnisse:
|
|
Wir haben einen Stand mit zwei Fixpunkten.
Wir wählen den augenscheinlich sichersten oder den am günstigsten liegenden Fixpunkt aus.
In diesen wird ein Karabiner mit Verschluss-Sicherung eingehängt.
|
|
|
In eine Bandschlinge wird mit einem Doppelten Bulinknoten eine Schlaufe geknotet und diese in den Karabiner
gehängt.
Die Schlaufe besteht beim Doppelten Bulinknoten aus zwei Strängen der Bandschlinge und weist damit eine
höhere Festigkeit als der Sackstich auf.
Diese Schlaufe bildet den Zentralpunkt des Standplatzes. Man nimmt nicht den Karabiner, da dieser z.B. bei Sturzzug nach oben
im Haken auf Biegung belastet werden könnte. Im ungünstigsten Fall könnte ein Bruch zum Versagen des Stands
führen.
|
|
|
In den anderen Fixpunkt wird ein Karabiner gehängt. In diesen wird
die Bandschlinge mit Mastwurf eingeknotet. Die Länge wird passend eingestellt.
Wichtig ist, dass der Mastwurf mit beiden Strängen der Bandschlinge geknotet wird, und nicht wie
bisher mit einem einfachen Strang.
|
|
|
Das Ende der Bandschlinge muss mit in den letzten Karabiner gehängt werden, um ein vollständiges Durchrutschen
durch den Mastwurf zu verhindern.
Beide Karabiner werden verriegelt!
|
|
|
In die Schlaufe kommt ein Karabiner mit Verschluss-Sicherung und die Selbstsicherung mit
Mastwurf.
|
|
|
Zum Schluß wird noch die Partnersicherung eingehängt. Kontrollblick. Fertig.
|